Konzentration ist wie ein Muskel: Sie kann trainiert werden, wird aber auch müde. Auch Kinder der Mittelstufe merken im Schulalltag oft, wenn die Aufmerksamkeit nachlässt. Typische Anzeichen sind unruhiges Sitzen, häufiges Abschweifen der Gedanken, Fehler bei eigentlich einfachen Aufgaben oder das Gefühl, „irgendwie nicht mehr mitzukommen“. Das ist ganz normal – wichtig ist, rechtzeitig gegenzusteuern.
Kleine Übungen können helfen, ein Konzentrationstief zu überwinden. Kurze Bewegungspausen, bewusstes Atmen, das Kneten eines Balls oder das Erfühlen von unterschiedlichen Oberflächen wirken oft Wunder. Solche Impulse helfen dem Gehirn, sich neu zu ordnen und wieder aufnahmefähig zu werden.
Genau hier setzt ein kleines Projekt an unserer Schule an: Eine Konzentrationskiste für die Klassen 4 bis 6. In dieser Kiste befindet sich unterschiedliches Material, das Kinder selbstständig nutzen können, wenn sie merken, dass ihre Konzentration nachlässt. Dazu gehören einfache Bewegungs- und Fühlmaterialien sowie kleine Denk- und Entspannungsübungen. Auf dem Foto sieht man eine kleine Auswahl.
Drei Kinder wirkten aktiv bei der Zusammenstellung der Kiste und bei der Entwicklung der Regeln mit. Sie überlegten gemeinsam, welches Material hilft, wie lange es genutzt werden darf und wie ein fairer Umgang aussieht. In den Klassen wird die Konzentrationskiste nach den Ferien von eben diesen Schülern eingeführt. So lernen alle, Verantwortung für sich selbst und die Gemeinschaft zu übernehmen.
Die Konzentrationskiste soll kein Spielzeug sein, sondern ein Werkzeug: Sie unterstützt Kinder dabei, ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und selbstständig wieder in den Lernprozess zurückzufinden – eine Fähigkeit, die weit über die Schulzeit hinaus wichtig ist.
